Kapitalismus zu kritisieren ist leicht. Ihn zu überwinden offenbar nicht. Seit Jahrzehnten bewegt sich die Debatte zwischen zwei Sackgassen: Reform oder Utopie. Die einen wollen den Markt sozialer machen, die anderen eine bessere Gesellschaft einfach ausmalen. Beide verfehlen den entscheidenden Punkt.

Denn das Problem des Kapitalismus liegt nicht nur in Ungleichheit oder falscher Politik, sondern in der Art und Weise, wie gesellschaftliche Arbeit überhaupt vermittelt wird: indirekt, über Wert, Geld und Markt. Diese Form bestimmt, was produziert wird, wie produziert wird und entzieht sich gleichzeitig der bewussten Kontrolle.
Wer diese Form kritisiert, muss mehr leisten als ihre Ablehnung. Ohne eine klare Antwort darauf, wie gesellschaftliche Produktion anders organisiert werden kann, bleibt Kritik folgenlos. Sie endet entweder im Versuch, den Kapitalismus zu verbessern oder im Rückzug auf vage Vorstellungen von Bedürfnis, Gemeinschaft oder „freier Assoziation“.
Dieses Buch setzt genau hier an. Es zeigt, warum weder Markt noch Staat, weder Reform noch bloße Negation eine Alternative darstellen. Und es arbeitet heraus, dass eine andere Gesellschaft nur möglich ist, wenn sie ihren eigenen Maßstab entwickelt: ein bewusstes Verhältnis der gesellschaftlichen Arbeit zu sich selbst. Im Zentrum steht die Frage, wie Produktion und Verteilung ohne Wert, Preis und Tausch organisiert werden können – ohne dabei in Unbestimmtheit oder verdeckte Herrschaft zurückzufallen. Die Antwort liegt nicht in der Abschaffung von Vermittlung, sondern in ihrer bewussten Form: einer transparenten, gesellschaftlichen Koordination, in der Aufwand, Bedarf und Entscheidung in ein explizites Verhältnis treten.
ISBN 978-3-9827404-4-7, Hardcover, 111 Seiten, € 15
Red & Black Books 2026
